Museen in Zeiten von Corona – was tun?

Heute hagelte es bei mir per Pressemitteilung oder über Posts auf Twitter und Facebook nur so Absagen von Veranstaltungen, Ausstellungseröffnungen oder gar Schließungen von Museen.
Mir kommt es so vor, als ob die Verantwortlichen in den Museen jetzt aufgewacht sind, ob der Gefährdung, aber nicht so recht wissen, wie sie mit der Situation umgehen sollen. Das ist zwar verständlich, dennoch sollte man sich um eine einheitliche Linie kümmern. Die Museumsverbände, als auch die Minister*innen für Kultur sehe ich da in der Pflicht zu beraten und gemeinsames Handeln vorzuschlagen und umzusetzen.
Bei meinem Praxistest – einem Check der Websites – kam heraus: – bei keinem der Museumsverbände wird der Umgang mit dem Coronavirus thematisiert. Eigentlich unglaublich in der jetzigen Zeit. Woran liegt das? Mir ist das schleierhaft! Und so – ohne klaren Richtlinien – sind die Besucher*innen und Mitarbeiter*innen verunsichert.

Die kurze Meldung des Deutschen Museumsbundes, dass Museen „in Anbetracht der aktuellen Entwicklungen, im Rahmen ihrer Möglichkeiten, Maßnahmen zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie verantwortungsvoll umzusetzen“ finde ich da auch wenig hilfreich.
Hier wird abgewartet, was passiert …

Auf der Startseite des österreichischen Museumsverbandes sind immerhin die aktuellen Nachrichten zu den Auswirkungen der Krise gesammelt. Und alle Landesmuseen Österreichs – vom Kunsthistorischen über das Technische Museum bis zum Belvedere – bleiben bis Ende März geschlossen.

Ich sehe für die deutschen Museen gravierende Folgen, besonders für die freien Führungskräfte. Juna Grossman fragt auf Twitter zu Recht: „Was ist eigentlich mit all den Referent*innen an Museen, die wegen des unsäglichen Outsourcings freiberuflich arbeiten müssen und damit dank abgesagter Führungen massive Verdienstausfälle haben? Und ich rede hier nicht von zwei Wochen. Die Berliner Einrichtungen haben gestern die Absage aller bundestagsvermittelten Führungen für die nächsten sechs Wochen. In manchen Häusern sind das die Hauptgruppen. Eine Lösung für die Referent*innen? Nichts. Wir zahlen jetzt den Preis für ein unsägliches System, dass hochqualitative Mitarbeiter*innen so schon unterbezahlt. Da gibt es keine Rücklagen o.ä., auf die man sich stützen kann.“

Dem kann ich mich nur anschließen! Hier muss finanzielle Unterstützung gewährleistet werden. Das sollte nicht nur – wie gefordert – für die mittelständischen Unternehmer gelten, sondern auch für die Kultur. Und – siehe oben – da wären die Museumsverbände massiv gefordert, in Aktion zu treten!
Von der Thüringer Staatskanzlei – zuständig für die Museen des Landes – kam heute wohl die Zusage, dass Förderungen auch für abgesagte Veranstaltungen gezahlt werde.
Das sehe ich aber nicht als Hauptproblem – viel schlimmer ist es für die Museen, wenn sie auf die Eintrittsgelder angewiesen sind und diese jetzt massiv wegfallen.

Die ZEIT titelt heute: Infektionsschutz oder Insolvenz. Erst wenn alle Konzerte abgesagt, alle Clubs geschlossen sind … Die Corona-Krise macht die Kulturbranche als höchst zerbrechlichen Wirtschaftssektor sichtbar.

Das Thema wird uns sicher (leider) noch länger beschäftigen…







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