Happy Birthday Erwin Panofsky – Erfinder der Ikonologie

Heute Vormittag fiel mir beim Ordnen der Bücher (Vorteil des Arbeitens im Home-Office) Erwin Panofskys Sinn und Deutung in der bildenden Kunst in die Hand. Ein schöner Zufall und guter Anlass, um an seinem Geburtstag an Panofsky und seine Aufsatzsammlung zu erinnern!
Wohl kein Kunsthistoriker des 20. Jahrhunderts hat einen so nachhaltigen Einfluss auf die Entwicklung seines Faches ausgeübt wie Erwin Panofsky (1892–1968), der erste Lehrstuhlinhaber für Kunstgeschichte an der Hamburger Universität. 1933 als „Nichtarier“ entlassen und 1934 ins amerikanische Exil gegangen, lehrte er von 1935 bis 1962 am Institut für Advanced Study in Princeton. Dort brachte Panofsky seine im Wesentlichen im Kontext der deutschen Kunstwissenschaft und namentlich des Hamburger Kreises um die Kulturwissenschaftliche Bibliothek Warburg entwickelte Arbeitsweise und Denkhaltung zu internationaler Geltung.
1955 erschien Meaning in the Visual Arts, 1975 auf deutsch Sinn und Deutung in der bildenden Kunst. Es ist eine Anthologie der wichtigsten und am meisten rezipierten Aufsätze Erwin Panofskys: im Beitrag „Ikonographie und Ikonologie“ entwickelt Panofsky sein berühmtes und einschlägiges Stufen-Modell der Bildinterpretation. Unter der Prämisse, dass Kunstgeschichte eine explizit und bewusst geisteswissenschaftliche Disziplin sei, widmet er sich im weiteren Verlauf der gotischen Symbolsprache, der Kunst und dem Kunstverständnis im Zeitalter der Renaissance sowie der Aufnahme und Verarbeitung der elegischen Tradition durch Nicolas Poussin.
Die Aufsatzsammlung ist heute ein Klassiker der kunsthistorischen Texte. Die Aufsätze sind nicht nur vorzüglich geeignet als Einführung in das Werk Panofskys, sondern auch und vor allem als Hinführung zur Beschäftigung mit Kunst.



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