Landpartie – Zeitgenössische Kunst im Park Wagenitz

In lockerer Folge möchte ich unter „Landpartie“ von Ausflügen in das Umland berichten. Begonnen habe ich mit einem Besuch im Hans-Fallada-Museum in Carwitz. Heute soll es zum Schloßpark Wagenitz in Brandenburg gehen:

Kurzentschlossen haben wir uns am Wochenende auf den Weg nach Wagenitz gemacht. Den Tipp dazu bekamen wir von Freunden.  Erst während der Fahrt dorthin haben wir bemerkt, dass sich der Park kurz hinter dem durch Fontane zur Berühmtheit gelangten Ort Ribbeck liegt.  Auch zu Wagenitz findet sich ein Eintrag in den „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“. „Das Dorf sei „interessant durch vielerlei“, namentlich durch das Herrenhaus der zu Bredows. Über die Bredows findet Fontane liebenswürdige Worte: „Sie erschienen mir … in ihrer Eigenart von Schlichtheit, Treue, Sesshaftigkeit in ihrem offenbaren, durch alle Zeit sich hinziehenden Bestreben, nichts weiter als eine alte freie Familie sein zu wollen, als die märkischste aller märkischen Familien.“

Doch im heutigen Wagenitz findet sich vom ehemaligen Herrenhaus  nichts mehr. Lediglich der skurrile Schornstein der ehemaligen Küche ist noch erhalten.

Der "Schwedenturm" in Wagenitz

Die Küche wurde 1571 im Auftrag von Hartwig von Bredow als ein heute eigenartig anmutender, turmartiger Küchenbau errichtet. Sie bildete den Grundstein für das Wagenitzer Schloss und war Bestandteil der 1587 fertiggestellten Schlossanlage mit dem massiven Herrenhaus. Bereits im frühen Mittelalter wurden zum Teil besondere freistehende Küchenbauten bei größeren Betrieben, wie Klöster und Schlösser errichtet. Diese Küchen wurde zum Zwecke des Brandschutzes freistehend errichtet. SeinenNamen erhielt der Turm, da sich angeblich die Bevölkerung im 30-jährigen Krieg vor marodierenden schwedischen Söldnern dorthin geflüchtet hatten.

Vor dieser Ruine platziert ist ein Skulptur  aus Eichenholz  – zusammengesetzt aus mehreren hölzernen Einzelteilen, die an Walnüsse erinnern. Es ist eine Skulptur, die der japanische Künstler Takayuki Daikoku hier aufgestellt hat. Doch der Park it weiteren Werken ist nur schwer zu finden. Erst nach etwas Suchen finden wir ein Hinweisschild auf das Land-Art Projekt im Schlosspark Wagenitz.

Den Park kann man nur verwunschen nennen. Inmitten knorriger alter Bäume baumeln weiße Gebilde. Wie Trauben oder Knoblauchknollen hängen sie in schlanken, schwarzen Eisengestellen. ‚Renmen‘ nennt der aus der Nähe von Kyoto stammende Künstler Daikoku sein Ensemble: „‚Renmen‘ heißt das – ununterbrochen. Werden und Vergehen – Ordnung und Chaos, als Spiegel im Lauf der Dinge des Lebens.“

Daikokus Skulpturen fügen sich in die Natur ein. Sie sind da und setzen Akzente inmitten der Bäume, auf einer kleinen, von dunkelgrünem Wasser umgebenen Halbinsel oder einer kleinen Lichtung.

Ein lohnender Ausflug in einen verwunschnen Park, in dem man neben den Skulpturen – fast überwuchert vom Efeu – die Gräber der einstigen Schlossherren von Bredow entdecken kann!

 

 

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