„Wir wollen lieber fliegen als kriechen“ – Die Frauenrechtlerin Louise Otto-Peters

Louise Otto-Peters, Journalistin, Schriftstellerin und Frauenrechtlerin, wurde am 26. März 1819 – heute vor 201 Jahren – in Meißen geboren. Sie gilt als treibende Kraft der deutschen Frauenbewegung. 1845 erscheint ihr Roman „Schloß und Fabrik“, einer der ersten deutschen sozialkritischen Romane, in dem sie die Folgen der Industrialisierung für alle Stände aufzeigt. Nach dem Erscheinen wird er sofort zensiert, obwohl sie klar für eine gewaltfreie Lösung der sozialen Widersprüche eintritt. Eine ausführliche Besprechung des Buches findet sich auf dem Blog von Antje Schrupp.

1849 gründete Otto-Peters die „Frauen-Zeitung“ ein wichtiges Sprachrohr der Frauenbewegung. Diese gab sie bis 1855 heraus. Im Februar 1865 gründeten Louise Otto-Peters, die Lehrerin Auguste Schmidt (1833-1902), die Schulvorsteherin Ottilie von Steyber (1804-1870), die Fröbel-Pädagogin Henriette Goldschmidt (1825-1920) und andere den Frauenbildungsverein Leipzig. Im Oktober wurde eine gesamtdeutsche Frauenkonferenz nach Leipzig einberufen: „Das ganze Deutschland soll es sein!“ In Leipzig wird dann auch im Oktober 1865 der Allgemeine Deutsche Frauenverein (ADF) gegründet.
Erste Vorsitzende war Louise Otto-Peters. Ziel der Bewegung war nicht Wohltätigkeit, sondern Hilfe zur Selbsthilfe: der Zugang von Frauen zur schulischen, beruflichen und universitären) Bildung und zur eigenständigen Erwerbsarbeit.

„Führerinnen der Frauenbewegung“, Illustration aus Die Gartenlaube, 1894 L. Otto-Peters ist in der oberen Reihe die erste von links.

„[…] die Geschichte aller Zeiten hat es gelehrt und die heutige ganz besonders, daß diejenigen, welche selbst an ihre Rechte zu denken vergessen, auch vergessen wurden.“ In: Adresse eines Mädchens, 1848

Von 1866 bis 1895 gibt sie gemeinsam mit Auguste Schmidt die Zweiwochen-Zeitschrift „Neue Bahnen“ des ADF heraus. Am 13. März 1895 stirbt Louise Otto-Peters in Leipzig.

Louise Otto-Peters schrieb 60 Bücher, darunter 28 meist mehrteilige Romane, Erzählungen, Novellen, Opernlibretti, historische Reflexionen, Streitschriften und Essays, Gedichte und ungezählte Zeitschriftenbeiträge. Hier eine Auswahl:

– Schloß und Fabrik. Roman, Leipzig 1846. (erschien zensiert, erste vollständige Ausgabe Leipzig 1996) 
– Lieder eines deutschen Mädchens. Gedichte, Leipzig 1847.
– Frauen-Zeitung, 1849-1853.
– Das Recht der Frauen auf Erwerb, Hamburg 1866. (Neudruck Leipzig 1997)
– Gemeinsam mit Auguste Schmidt von 1866-1895 Herausgeberin des ADF-
Organs „Neue Bahnen“.
– Der Genius des Hauses, Pest/ Wien/ Leipzig 1869; Der Genius der Menschheit im Dienste der Humanität, Pest/ Wien/ Leipzig 1870; Der Genius der Natur, Pest/ Wien/ Leipzig 1870.
– Frauenleben im deutschen Reich, Leipzig 1876.
– Einige Deutsche Gesetz-Paragraphen über die Stellung der Frau, Leipzig 1876.
– Mein Lebensgang. Gedichte aus fünf Jahrzehnten, Leipzig 1893.




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