Ren Hang – Fotokunst aus China

Ren Hang hatte den Traum, Menschen zu fotografieren. Oft nackt. Neugier, Humor und der experimentierfreudige Umgang mit dem nackten Körper zeichnen seine Bilder aus. Das war in China ein Affront. Das ließ die chinesische Zensur nicht zu. Hang wurde in seiner Arbeit behindert und auch mehrfach verhaftet. Der Vorwurf lautete Pornografie, seit 1949 eine Straftat in China. Doch die Bilder die im Fotozentrum C/O Berlin zu sehen waren, sind alles andere als das. Hang zeigt die Jugend

Chinas so, wie er sie sehen möchte. Er sagt in einem Interview sinngemäß, dass er möchte, dass die Chinesen auch als Menschen gesehen werden und nicht nur als Arbeits- maschinen. Er hat analog fotografiert. Seine Modelle waren alles seine Freunde. Oft passierte es ihm, dass der während einer Session im öffentlichen Raum angezeigt und seine Arbeit unterbunden wurde, wenn er nicht gar verhaftet wurde. In einem Interviewfilm erfährt man interessante Hintergründe über seine

Arbeit und erlebt einen humorvollen aber auch sensiblen Künstler. Gern hat er draußen fotografiert. Er sucht sich abgelegene Orte wie etwa Dachlandschaften, um der Beobachtung zu entgehen aber auch um den Reiz der exotischen Orte und überraschende und ungewöhnliche Blickwinkel zu erproben. Außerdem werden bei ihm Körperteile zu Ornamenten oder er lässt seine Modelle mit Tieren interagieren. Bei der Arbeit sieht man die große Vertrautheit und Offenheit zischen ihm und seinen Modellen. Häufig fotografiert er nachts in Parks und Wäldern. Schnell erkennt man eine eigene Bildsprache: Karge Hintergründe, nackte Menschen als Tableaus, skurrile Requisiten und Posen. Häufig setzt er grelle Blitzlicht ein, um expressive Effekte zu erzielen.

Doch mit seiner „nackten“ Fotokunst eckte er nur bei der Zensur in China an. Er selbst sprach davon, dass er einfach in Ruhe seine Fotos machen wolle.
Mit nur 29 Jahren nahm er sich das Leben.

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